Dramatische Lage bei den Schiedsrichtern

Quelle: Mittelbayerische Zeitung (Gerhard Hahn) Die Anzahl der Fußballschiedsrichter in der Neumarkter Gruppe ist erstmals unter der unbedingt benötigten 200er-Grenze angekommen. „Die nackten Zahlen sind beängstigend“, sagte Neumarkts Schiedsrichter-Gruppenobmann Oliver Johannes bei seinem Rechenschaftsbericht zur ordentlichen Hauptversammlung im Saal des Johanneszentrum-Kolpinghauses. Nach der Hälfte seiner Amtsperiode ist die Zahl von einst 234 auf 197 geschrumpft. Wenn der für April 2016 geplante Neulingslehrgang erneut wie im vergangenen Jahr mangels ausreichender Teilnehmerzahlen ausfiele, müssen künftig bedeutend mehr Verbandsspiele ohne Unparteiische auskommen.

Der Ernst der Lage wird verkannt

Aber die Vereine scheinen den Ernst der Lage nicht wahrhaben zu wollen. „Sie zahlen heuer im Kreis Neumarkt Jura lieber 15710 Euro Ausfallgebühren“, so Johannes. 57 Prozent der Vereine erfüllten die festgelegten Schiedsrichterzahlen nicht. 25,7 Prozent erfüllen ihr Soll gerade so und satte zehn Prozent haben überhaupt keinen Sportkameraden in ihrem Club, der sich pfeifen traut. „Aber gerade die sind es, die höchste Anforderungen stellen und lautstark nach besseren Schiris schreien“, ärgerte sich Johannes, der aber auch die Zahl 16,5 Prozent der Vereine nannte, die ihr Soll mehr als erfüllten. 334 Spiele, die meisten mit 180 in den B-Klassen, konnten 2015 nicht besetzt werden. Die Schiedsrichter-Vereinigung Neumarkt war saisonüberschneidend im Jahr 2015 bei 4386 Spielen im Einsatz, den Löwenanteil machten dabei die Herrenspiele mit 1728 Anpfiffen, gefolgt vom Juniorenbereich mit 1223 Spielen aus. Alle Einsätze wurden von 161 aktiven Schiedsrichtern der Gruppe Neumarkt geleitet. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jeder Schiri 27,4 Spiele im Einsatz war. Eine Zahl erschreckte den Gruppenschiedsrichterausschuss (GSA) allerdings noch mal: 888 Spielrückgaben in einem Jahr, praktisch jedes fünfte Spiel musste erneut angesetzt werden, gab es ebenfalls noch nie. Eine weitere ungünstige Größe ist das Alter der Spielleiter. Zwischen dem 26. und dem 45. Geburtstag pfeifen nur insgesamt 44 aktive Schiedsrichter, während im Alter von 46 bis 66 Jahre 131 Kameraden die Spiele leiten. Der Obmann nannte dabei auch die Reihung der zehn fleißigsten Referees: Kurt Meier vom FV Wendelstein brachte es auf 103 Einsätze, gefolgt von Jürgen Böhmer mit 91 und Manfred Heislbetz mit 90 Spielen. Der dreigeteilte Rang zehn hatte immer noch 71 Spielleitungen pro Schiedsrichter

Die Alarmglocken läuten

Die Alarmglocken läuten aber auch in den Gruppen Jura Nord und Jura Süd. Kreisschiedsrichter-Obmann Dr. Sven Laumer, der die Riege der „Gäste-Schiris“ anführte, wünscht eine aktivere Zusammenarbeit mit den Vereinen. Ansonsten überwog der Dank an die Gruppe NM, wie auch der Kreisvorsitzende Thomas Jäger im Namen seiner anwesenden Stellvertreterin Sandra Hofmann (Frauen-Kreisspielleiterin) dankte. Bezirks-Juniorenspielleiter Thomas Zankl überbrachte den Dank des kommissarischen Bezirksvorsitzenden Dieter Habermann und sprach eine künftige Neuerung bei der Jugend an: Die Gesichtskontrollen bei den Spielerpasskontrollen fallen künftig weg. Vom Verbandsspielausschuss dankte Michael Tittmann „seinen Neumarktern“. Der Futsal-Referent und Vorgänger von Oli Johannes zeigte sich von der reibungslosen Abwicklung in diesem Jahr in der Halle erfreut.

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